Gelungene Covers # 1: Torre Florim

von Tentativism

(Luc) Wir alle wissen: mit Coverversionen ist das so eine Sache. Ähnlich wie ein Remix, macht ein Cover fast immer aus einem guten Song einen mittelmäßigen Abklatsch, wohingegen ein Remix oder Cover ein schlechtes Lied selten gut macht. Man kann also beim Covern viel verlieren und nur wenig gewinnen. Ich kann jede junge Band verstehen, die, auf der Suche nach dem eigenen Sound, sich erstmal an der Popgeschichte abarbeitet. Aber öffentlich? Das kann schnell peinlich rüberkommen, wenn man mit voller Inbrunst einen Song darbietet, in dem gar nichts von einem selbst steckt. Die Zeiten von Elvis sind lange vorbei. Ironie kann funktionieren, wenn man den Humor hat –  wenn man keinen hat, kommt dabei sowas albernes raus wie SENOR COCONUT oder NOUVELLE VAGUE.

Zwischendurch tauchen allerdings Perlen auf und natürlich bemächtigen wir uns auch auf Tentativism diesem beliebten Kneipenthema. Gerade frisch erschienen ist diese schöne Sache: 

Florin macht sich den Hit völlig zueigen, dunkler und „eerier“ als das Original jemals sein konnte. Und das alles geplant. Ganz groß.

Wenn nur genug Leute dächten, dass Torre Florim, dem Namen nach zu urteilen, aus Skandinavien käme, wäre ihm Ruhm und Ehre sicher. Aber er kommt aus Nijmegen und holländische Popmusik hat immer noch einen schweren Stand, obwohl dort seit Jahren ganz gute Sachen passieren. Wie z.B. DE STAAT, das frühere Projekt von Florim. Aber zur Lage des holländischen Pops dann später mehr.

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